Klimafasten, Woche 2: (zu) gut verpackt – über Einweg und Mehrweg

Mit drei Stoffbeuteln ausgestattet, gehe ich zu meinem Supermarkt. In dieser Woche gilt es nämlich Verpackungen und Einwegprodukte zu vermeiden. Also keine Plastiktüten und keine Umverpackung. Ich ahne: das wird nicht einfach …

Es ist die zweite Woche der Aktion Klimafasten der Stadt Selm.

Plan für Klimafastenwoche 2

    Diese Woche:

    • nehme ich eine langlebige
      Einkaufstasche mit zum Einkaufen
    • verzichte ich auf Einwegprodukte
    • nutze ich Recyclingpapier
    • nutze ich Brotdosen statt Tüten
    • vermeide ich verpackte Nahrungsmittel

Verpackung als Entscheidungshilfe

Die Negativ-Beispiele, die bis ins Absurde reichen, kennen wir inzwischen gut: geschälte Orangen oder Bananen in einem Plastikbecker und zusätzlich in Folie eingeschweißt, die Cola-Dose auf einem Schaumstoffteller, zusätzlich in Folie eingeschweißt, eingewickelte Schokoladenstückchen in einer Plastikdose, zusätzlich in Folie eingeschweißt. Das geht durch die sozialen Medien und bekommt dort Kommentare mit wütenden Gesichtern. Zu Recht.

Doch auch von diesen absurden Beispielen abgesehen, ist es eine Herausforderung, verpackungssparend einzukaufen. Bei vielen Obst- und Gemüsesorten klappt das inzwischen sehr gut. Ich erinnere mich noch, als ich vor einigen Jahren drei einzelne Äpfel auf das Kassenband legte und die Kassiererin diese in eine Plastiktüte steckte und mir anreichte. Es war sicher als freundlicher Service gedacht, auch wenn ich ganz bewusst auf die Tüte verzichtete. Heute wird das bloße Stück Frucht auf dem Kassenfließband akzeptiert.

Äpfel, Birnen, Orangen kaufe ich also nach Möglichkeit einzeln. Bei anderen Sorten ist es für mich, auch außerhalb des Klimafastens, eine Entscheidungshilfe für den Kauf, wie ein Produkt verpackt ist. Beim Salat nehme ich denjenigen, der am wenigsten verpackt ist. Manche Obstsorten nehme ich gar nicht, wenn ich zu viel Plastik drumherum mitnehmen müsste.

Ganz ohne Verpackung? Das wird schwierig …

Völlig auf Verpackung zu verzichten ist schwierig, es gelang mir auch in der Klima-Themenwoche “Verpackung” nicht. Ich habe auch in dieser Woche meinen Frischkäse im Plastikschälchen gekauft. Dafür aber meine Suppe für die Homeoffice-Mittagsmahlzeit im Glas. Am Regal mit dem Knabberzeugs konnte ich dann nicht vorbei gehen …

Ein Punkt auf der Liste für diese Woche fiel mir besonders schwer: “Nutze Brotdosen statt Tüten”.
Ich gebe zu, dass ich oft ein Impulskäufer bin. Häufig weiß ich erst, dass ich ein Brot brauche, wenn die Nase den Duft von frischen Backwaren wahrnimmt. Die Verkäuferin am Brotstand aber nach einer Alternative zur schnellen Papiertüte zu fragen, war mit unangenehm. So landete das Brot in der üblichen Tüte und schließlich in meinem Einkaufsbeutel. Auch wenn ich mal schnell zum Bäcker flitze und mir für mein Frühstück zwei Brötchen hole, denke ich nicht daran, die Tüte von Vorgestern nochmal mitzunehmen.

Hier muss ich mein Scheitern anerkennen. Ich nehme mir als Aufgabe mit: achte in Zukunft darauf, auch kleinere Verpackungen zu vermeiden und schaffe dir mal einen Brotbeutel an.

Einkauf Klimafasten
Kleine Beute in zwei Beuteln: Obst, Gemüse: unverpackt, Salat: wenig verpackt, Suppe, Oliven, Spargel, Brotaufstrich: im Glas, Toilettenpapier: aus Recyclingpapier; Wein: Bordeaux (fast regional), Chips: na-ja

Ein Lichtblick: der Unverpacktstand

Wie passend ist das denn? Kurz vor meinem Entschluss, beim Klimafasten teilzunehmen, habe ich vom Stand des Unverpacktladens auf dem Wochenmarkt von Bork erfahren., der an jedem Donnerstag von 14 Uhr bis 17 Uhr auf der Hauptstraße stattfindet.

Am vergangenen Donnerstag habe ich mir mehrere Deckeldosen in meine langlebigen Stoff-Einkaufsbeutel gepackt und bin also nach Bork geradelt. Ja geradelt,  sonst wäre der Ökoeffekt ja schon bei der Anfahrt verpufft.

Am Stand von Sandys Unverpackt-Laden habe ich Nudeln und Müsli gekauft und das weitere Sortiment bestaunt. Lakritz und Weingummi, Seife und andere Kosmetikprodukte, Toilettenpapier, das lediglich mit einer Papierhülle umwickelt ist und nicht in Plastik eingeschweißt, Kaffee, Körner und noch viel mehr. Und das meiste in Bioqualität und aus fairem Handel.

Hier werde ich regelmäßig einkaufen, der Entschluss ist gefasst. In Nordkirchen und Lüdinghausen gibt es sogar stationäre Unverpackt-Läden. Ein tolles Prinzip!

Links zur Fastenwoche 2

Sandys Unverpackt-Laden Recklinghausen mit Marktstand in Bork

Landleben Unverpackt-Laden Nordkirchen

“Ich mags unverpackt” in Lüdinghausen

Das Klimafasten ist eine Aktion der Stadt Selm und wird von der Klimamanagerin Lea Freese koordiniert.

Oliver Hübner

Oliver Hübner - Autor, Blogger und Webgestalter aus Selm und Schwerin, geb. 1968 in Unna

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