Ortseingang im Wandel – neue Supermärkte im Bau

»Da kommt ja erst die Aral-Tankstelle. Und dann fährst du….« Das markante Blau der Tankstelle war Ortsfremden für viele Jahre hilfreicher Orientierungspunkt – und oft das Einzige, das vom Selmer Ortseingang in Erinnerung blieb.

Mittlerweile ist die Tankstelle und das benachbarte Autohaus Geschichte. Sie wurden im Sommer 2020 abgerissen. Auf ihrem Grund werden derzeit ein REWE und ein ALDI neu gebaut. Bauherr ist die niederländische Ten Brinke Group B.V.und wenn alles klappt, eröffnen beide Märkte voraussichtlich im Sommer 2021.

Der Rohbau steht bereits und entsprechend begrüßt nun die Baustelle all jene, die von Süden nach Selm einfahren:

Blick durch den Zaun über den zukünftigen Parkplatz, direkt auf den Eingang des REWE
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m² Verkaufsfläche

Insgesamt entstehen auf dem Gelände 3.200 m² Verkaufsfläche. Der größere Teil entfällt davon auf den REWE-Supermarkt, der im Fachjargon aufgrund seines vielfältigen Angebotes als »Vollsortimenter« bezeichnet wird: rund 1.900 m² wird er groß sein und auch einen Backshop beinhalten.

Auf den ALDI-Supermarkt entfallen gut 1.300m². Als sogenannter »Lebensmittel-Discounter« ist das Angebot dort straffer und dem entsprechend wird weniger Fläche benötigt.

Beide Supermärkte teilen sich einen gemeinsamen Parkplatz mit 130 Stellplätzen. Die Warenanlieferung erfolgt ebenfalls in Nachbarschaft: Über eine gemeinsame Zufahrt vom Parkplatz sind jeweils eine LKW-Abladestation pro Supermarkt nebeneinander liegend erreichbar.

Die Zufahrt auf den Parkplatz erfolgt über die Straße »Zur alten Zechenbahn«. Über den 2019 errichteten Kreisel ist die Erreichbarkeit also sehr gut von der Kreisstraße möglich, ohne dass eine separate Ein- und Ausfahrt auf die Hauptstraße nötig wurde.

 

Blick durch den Bauzaun: der zukünftige ALDI

Kein neuer Einkaufsstandort

Trotz der zwei Neubauten entsteht in dem Bereich von Selm kein grundsätzlich neuer Einkaufsstandort. Denn aktuell befindet sich im Umfeld des Kreisels bereits der Netto-Discounter, sowie der aktuelle ALDI. Der heutige ALDI wird mit Fertigstellung des Neuen auf die andere Seite der Kreisstraße umziehen.

Eingekauft wird hier also schon seit vielen Jahren. Neu wird jedoch sein, dass es in Selm dann zukünftig zweimal REWE geben wird (so wie EDEKA ja auch bereits zweimal in Selm ansässig ist).

Besonders wer aus Bork bei REWE einkaufen will, hat nun nur noch knapp den halben Fahrtweg und muss nicht mehr durch Selm hindurch.

 

Supermarktstandorte in Selm Anfang 2021
Der aktuelle ALDI-Standort wird aufgegeben, wenn der Neubau fertig ist.

Netto zieht später um

Doch auch der Netto wird eines Tages möglicherweise umziehen: und zwar drei Häuser weiter, neben den aktuellen REWE- und ALDI-Neubau. Dort plant Ten Brinke, einen Teil der Häuser an der Kreisstraße durch einen Neubau zu ersetzen, der dann Platz bietet für Netto, DM und 11 Wohnungen darüber.

Es handelt sich dabei um die heutigen Hausnummern 68-84, darunter auch die Imbisse Günes Grill, La Scala und Bella Italia, die dann vermutlich weichen müssen.

Dabei eigenen sich leckere Lokalitäten doch ebenso gut wie eine Tankstelle als Wegmarken. Und so lässt sich selbst nach Abriss der Tankstelle und der genannten Imbisse auf der »Selmer Fressmeile« noch sagen: »da, beim Griechen, da musst du rechts abbiegen«. Denn der wird nicht abgerissen…

Selm 2015. Da ließ sich noch sagen: »wenn du in Selm einfährst, dann kommt da ja die ARAL-Tankstelle....«

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3 Gedanken zu „Ortseingang im Wandel – neue Supermärkte im Bau

  1. Ihr bemerkt aber hoffentlich auch, dass trotz der moderneren Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt Bauruinen entstehen. ( Aldi, Netto und zu guter letzt DM ) Ich schätze ja, dort wird ein gebeulte Kasse oder ein armer Wohnungsinvestor wieder eine nicht gerade bezahlbare Wohnungslandschaft errichten. Darum rufe ich die Neugewählten Ratsmitglieder auf, für Sozialwohnungen in jeder Größenordnung zu sorgen.

    1. Absolut richtig.
      Besonders spannend wird sein, was aus dem DM-Gebäude wird – soweit ich das mitbekommen habe, wohl ehemals ein Kino?
      An der Stelle ein toller Platz für neuen Wohnraum.

    2. Die frei werdenden Gebäude müssen nicht zwangsläufig Ruinen werden: weil sie eine gute Lage haben und dadurch bestimmt einen Nach-Nutzer finden. Durch die Pandemie ist es aber unmöglich vorhersehbar, was kommen wird und wie sich die Geschäftswelt (möglicherweise) auch in Selm noch ändern wird. Doch egal ob wieder Geschäft oder Wohnung: an langen Leerstand denke ich nicht.

      Vielleicht ist das ALDI-Gebäude ja zukünftig sogar die erste “Paket-Tankstelle” in der Gegend, wie Amazon in den USA immer häufiger anbietet (siehe “Amazon fresh pick up”) : vorfahren und die Bestellung im eigenen Kofferraum entgegen nehmen 😉

      Zum Wohnraum ein positives Beispiel: Am Campusplatz hat die WBG Lünen 57 neue Wohneinheiten errichtet. 17 davon sind öffentlich geförderte “Sozialwohnungen” und entsprechend günstig(er). (https://www.wbg-luenen.de/aktuelle-neubauprojekte/campus-selm/), z.B. 2-Zimmer (46m²) für 391 € Warmmiete oder 4-Zimmer (90m²) für 755 € Warmmiete. Der Bauverein Lünen hat meines Wissens in seinem Neubaubereich am Campus ebenfalls zum Teil geförderte Wohnungen errichtet. Die übrigen sind natürlich hochpreisig (bezogen auf den Selmer Mietspiegel), dennoch zeigt sich, dass zumindest die Genossenschaften das Thema im Blick haben und handeln.

      Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es für alle Menschen schwer geworden ist, passenden Wohnraum zu finden. Oft sogar unabhängig des eigenen Geldbeutels.

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