Selmer Alltagsspuren – Kleinkram macht auch Spaß

... kein Mist, eben nicht.

Meistens fresse ich mich ja irgendwo in den Details von “irgendwasgroßem” fest.

Naja, zumindest oft. Muss ja auch manchmal, wenn sich da zum Beispiel im Detailbereich Mist ansammelt, der auf die Dauer das große Ganze zerstinkt.

Aber manchmal ist es wirklich schön, durch Selm, Bork, Cappenberg (und Hassel, Netteberge, Beifang, die Straßen am Ternscher See und die Feldweg in Ondrup-Westerfelde, …) zu strolchen. Und ein oder drei Kleinigkeiten mit nach Hause zu nehmen.

 

Klimatreff-Treffpunkt an der Römerstraße

Seit April, irgendwann vor Ostern, schließen fünf große Baumstammstücke (echt Eiche, soweit ich das weiß), die Lücken zwischen den wiederum fünf Bäumen, die der Klimatreff Selm in Absprache mit der Stadt Selm auf der Wiese ganz knapp neben dem Spielplatz an der Römerstraße hat pflanzen dürfen.

Da waren wohl auch die Stadtwerke Selm hilfreich, auf jeden Fall:

Ein schöner Platz, ganz unauffällige tolle Aufenthaltsqualität, nicht nur zum Klimarettungsdemonstrieren. Haben sich einfach Bürger:innen gekümmert und wurden ganz einfach unterstützt. Ohne großes Trara. Schöner Kleinkram.

Mini-Inseketen-Wohnanlage auf Cappenerg

Der Freiherrr-vom-Stein-Lionsclub hat Flächen in Selm entdeckt, die er “Eh-Da-Flächen” nennt – und nutzt, um mit Kleinigkeiten diese Fläche für die Biodiversiät aufzuwerten – es gab Pflanzungen vor dem Amtshaus in Bork und hier im Bild ein Insekten-Wohnhaus auf Cappenberg. Schöne Sache, ganz still in den Alltag integriert. Als das Foto entstand, waren die “Bauarbeiten” nicht ganz abgeschlossen, daher die Stütze am Seitenrand…

Insgesamt spannender Fund, kommt auf die Themenliste. Muss ja nicht immer ein ganzer Klimawald sein, darum kümmert sich die Initiative “Selm pflanzt!

Generationenumbau im Seiland

Kaum noch sichtbar im Begleitgrün ist das neu angesiedelte Bienenvolk im Seiland. Eine der spannendsten Straßen in Selm:  Sie hat einzelne Bungalows, mehrstöckige Familienhäuser, Mini-Miet-Wohn-Blocks, Flachdächer mit Fotovoltaik und ausgebaute Dachgauben. Klassische Vorgärten, brutale Plastikabsperrungen, kläffende Hunde, geparkte Transporter, reservierte Parkplätze und wilde Abstellungen. Aber alles eher friedlich entspannt.

Viele Häuser werden bedingt durch den Wechsel der Generationen seit einigen Jahren Stück für Stück, oft in eigener Arbeit, umgebaut, saniert, auf Vermietung oder andere Nutzungen umgestellt. Manchmal fallen Bäume, Hecken, Grünflächen weg. Was ungünstig für meinen Blutdruck ist.

Hier hat sich das Grundstück sehr verändert – und plötzlich war erst der Bienenstock vor dem neuen Zaun da, dann die Blühwiese drumrum. Muss immer leicht grinsen, wenn ich vorbeigehe. Meine inneres Kino hatte andere Filme im Programm …

Selbsthilfe - schön effektiv

Ganz tapfer hat sich hier ein Haushalt der Kampagne der Selmer Altstadt-Kaufleute angeschlossen und ebenfalls farbige Pflanzen in den Straßenraum eingebracht. Eine wunderbare Idee – auch dann noch, wenn ich mich an die vorangegangenen flehentlichen Bitten erinner, bei der Frequentierung des gegenüberliegend Gastronomieanbieters bitte NICHT AUF DEM GEHWEG zu parken.

Das Applizieren der Blumenkübel, die auch schon mal nach dem einen oder anderen offensiven Anprall wieder in die ursprünglich gedachte Lage gebracht werden müssen, ist da wohl erfolgreicher. Und freut mich jedesmal beim Vorbeiradeln.👍👍👍

Jesaja Michael Wiegard

Geborener Sauerländer, kerngebildet als Theologe, beruflich nun medienarbeitend, erfahren als Bildungswerker und Ressourcenbeschaffer, suchend und fragend, unterwegs seit 1967, zwischen Christentum und Sozialismus nach Gerechtigkeit suchend

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