Alltagsspuren: Polarlichter über Selm – Hast Du sie auch gesehen?

Alltagsspuren: Polarlichter über Selm – Hast Du sie auch gesehen?
Jetzt! Polarlichter über Selm!

Polarlichter: Jetzt!

Montagabend, auf dem Weg ins Bett, sah ich gerade noch aus dem Augenwinkel die Nachricht aufleuchten.  Ein Foto, darunter die Nachricht: Polarlichter über Selm. Wenn du noch nicht schläfst – jetzt!

Jetzt! Ja klar, ich habe mir sofort eine Decke umgehängt und bin in den Garten. Nichts zu sehen.

Was die junge Absenderin der Nachricht nicht wissen konnte: am Tag zuvor war ich auf einer Fortbildung und Urlaubsziele waren das Gesprächsthema in der Pause. Als ich so darüber nachdachte, was ich gerne noch sehen möchte von unserem wunderschönen Planeten, wurde mir bewusst: Polarlichter. Ich würde gerne Polarlichter sehen und dafür würde ich sogar in den Norden Norwegens reisen, auch wenn ich sonst von Fernreisen nicht allzu viel halte.

Und am nächsten Tag kommt diese Nachricht? Ist das ein Zufall? Ich stand frierend im Garten, sah nichts, war aber auch nicht willens, mir diese Chance entgehen zu lassen. Also wieder rein, anziehen und dick eingepackt raus auf die Straße. Völlig aufgeregt.

Was sieht man denn, wenn man Polarlichter sieht? Leuchten sie kurz auf und sind dann weg? Bewegen sie sich wie Wolken? Das Foto war jedenfalls beeindruckend.

In der Ferne sah ich ein gräulich weißes Licht. Hm. Ob das die Nachtbeleuchtung unseres Baumarktes ist? Ganz schön hell. Mein erster Mitternachtsspaziergang seit Jahren. Leere Straßen, klirrende Kälte, Stille und ein unglaublich klarer Sternenhimmel. Hell leuchtend und so reich bevölkert mit Sternbildern.

Und ich sah: nichts!

Ich lief bis zur Funne, Richtung Freibad und sah – nichts. Na gut, versuchte ich meine Enttäuschung ziehen zu lassen, dann genieße ich wenigstens diese wunderbare Nacht. Aber da war so ein Gefühl, als ob in dieser Dunkelheit noch etwas wäre, eine Farbe. Völlig verrückt, was einem so durch den Kopf geht, wenn man alleine durch die Nacht spaziert. Ein kleines bisschen unheimlich war es auch. Schließlich gibt es an der Funne keine Beleuchtung.

Endlich fand ich mich damit ab, dass ich eben nichts gesehen habe, schoss ein paar Fotos von der Funne bei Nacht und von den Sternen durch die kahlen Äste eines Baumes. Aber man weiß ja, wie diese Handyfotos werden. Eigentlich kann man es auch gleich lassen. Das Erleben des Sternenhimmels ist so viel beeindruckender als das, was auf den Fotos davon übrigbleibt.

Ich schrieb noch kurz: Bin rausgegangen, aber da war nichts mehr. Dann spürte ich doch die Kälte und ging schnell zurück nach Hause.

Am nächsten Morgen waren die Medien voll von fantastischen Fotos mit Polarlichtern. Große Aufregung. Wie oft geschieht es auch, dass so viele Menschen so etwas Grandioses teilen? Hast du sie auch gesehen? Schau mal hier …

Nach einigen Chats wollte ich meine Nachtaufnahmen dann endlich löschen, es gab ja so viele wirklich großartige Aufnahmen. 

Und da sah ich es:

Da war es ja, das rote Leuchten. Wieso war es jetzt so sichtbar? Unfassbar. Nicht gesehen und doch gesehen, ich war noch den ganzen Tag aufgeregt. Und müde.

Tut mir leid, Norwegen, ich komme wohl doch nicht.

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