Mit dem DiscoverEU-Ticket durch Italien – Unser Reisetagebuch – Teil 1

Mit dem DiscoverEU-Ticket durch Italien – Unser Reisetagebuch – Teil 1
Gondel auf dem Canale Grande in Venedig

Für uns ging es diesen Sommer dank des DiscoverEU-Tickets nach Italien.

Vielleicht wissen einige gar nicht, was das ist oder wie man eines dieser Tickets bekommen kann. Das wollen wir hier einmal erklären und unsere Erfahrungen teilen.

Wenn man eines dieser speziellen Interrail-Tickets gewinnt, kann man innerhalb eines Monats kostenlos mit dem Zug quer durch Europa reisen. Das Ticket beinhaltet sieben Reisetage und je eine Aus- bzw. Einreise nach Deutschland. Jeder, der aus Europa kommt, hat die Möglichkeit, sich in dem Jahr, in dem man 18 wird, auf dem Europäischen Jugendportal auf das Interrail-Ticket zu bewerben. Allerdings muss man vorab auf die Bewerbungsfristen achten, in diesem Jahr ist es vom 1. bis zum 15. Oktober möglich.

Letzten November war es für uns so weit. Bei unserer Bewerbung haben wir online auf der DiscoverEU-Website einfach schnell ein kleines Quiz mit Fragebogen etc. ausgefüllt. Das war tatsächlich leichter als gedacht. Anschließend hieß es warten. Im Januar kam dann die Zusage: „Glückwunsch! Du bist ausgewählt!“.

Europaweit hatten sich mehr als 240.000 junge Menschen beworben, 40.000 von ihnen erhielten einen Travel-Pass. Aus Deutschland wurden 6.800 junge Menschen ausgewählt. Bewerben kann man sich auf Einzel-, aber auch Gruppentickets. Da von uns keiner ohne den anderen los wollte, haben wir uns zu zweit auf ein Gruppenticket beworben.

Nun gut. Ticket gewonnen, aber was dann? Erst langsam, dann Richtung Mai öfter, haben wir uns zusammengesetzt, um einen Plan zu machen: Wo wollen wir hin? Wie lange wollen wir unterwegs sein? Wo wollen wir übernachten? Und und und …

Schließlich blieben wir bei Italien hängen. Wir reisen einmal von oben nach unten, einmal durch den Stiefel. Mit darunter Großstädte wie Rom und Venedig, aber auch kleinere wie Tropea im Süden.

Etappe 1 – Stuttgart

Heute um 11 Uhr ging es für uns los. Tschüss Selm, hallo Welt! Den ersten Zug haben wir um 12:36 Uhr in Dortmund genommen. Nein. hätten wir eigentlich. Aber wir alle kennen die Deutsche Bahn, also fuhr unser Zug erst um 13:09 Uhr ab. Das war dann aber zum Glück auch die einzige Verspätung an dem Tag. In Stuttgart angekommen haben wir extra etwa vier Stunden Zeit zum Umsteigen eingeplant. Also ging es für uns erst in einen Schlosspark, eine Runde kniffeln (neben Uno unser go-to Reisespiel), und anschließend weiter in ein Café. Gerade haben wir dann ohne Stress den Nachtzug nach Venedig bekommen. Mal schauen, ob wir im Sitzen gut schlafen können …

Etappe 2 – Venedig

… konnten wir nicht. Aber für uns hatte Venedig da den Vorrang. Als wir früh morgens angekommen sind, haben wir also direkt unser Gepäck am Bahnhof aufgegeben und sind losgezogen. In Venedig haben wir viel gesehen. Kleine Kanäle, süße Gassen, aber auch volle Touristenhotspots. Zudem waren wir auf der Insel Murano, die bekannt für ihre Glaskunst ist, und auf der Insel Lido, um an den Strand zu gehen. Übernachtet haben wir in einem Hostel. Auch wenn man dort abgesehen vom Schlafen nicht allzu viel Zeit verbringt, haben wir dort nette Menschen aus unterschiedlichsten Orten getroffen.

Jetzt sind wir auf dem Weg nach Genua. Da es draußen sehr warm ist, werden die Züge extrem runtergekühlt. Man friert sogar richtig. Da freuen wir uns ja fast schon wieder auf die 36 Grad (aber nur fast).

 Etappe 3 – Genua

Genua hat sich gut angeboten, um die Küste drum herum zu erkunden. Einen Tag waren wir in Portofino. Dort konnte man mit dem Zug nach Santa Margherita Ligure fahren und anschließend den Bus bis nach Portofino nehmen. Den Bus haben wir uns aber gespart und sind stattdessen fünf Kilometer an der Küste entlang gewandert. Die Strecke war total schön, auch wenn die Hitze uns etwas zu schaffen gemacht hat. In Portofino angekommen haben wir uns dann noch einen Berg hochgequält, um die bunten Häuser und die kleine Bucht von oben zu bewundern.

Am folgenden Tag sind wir zunächst auf Erkundungstour in Genua gegangen und haben neben dem Hafen und verschiedenen Kirchen einen prunkvollen Palast von innen bestaunt.

Am frühen Mittag sind wir dann an den Strand nach Nervi gefahren. Naja, Strand ist etwas übertrieben. Es waren eher große Felsen neben einem kleinen Wasserfall, aber sie waren überraschend bequem und es war schön leer. Das war mal was anderes als die touristischen Strände.

Abends konnten wir mit einer der Seilbahnen in Genua günstig auf einen Berg fahren, um uns die partielle Sonnenfinsternis anzuschauen. Hier in Genua sollte sie eine Gesamtverdeckung von mehr als 93 % erreichen. Zusammen mit vielen Einheimischen und anderen Reisenden konnten wir dieses Spektakel live mitverfolgen, während wir gleichzeitig einen schönen Blick von oben auf die Stadt und den Hafen bei Sonnenuntergang hatten.

Was ein Tag!

Jetzt geht es für uns nach Rom.

Etappe 4 – Rom

Rom war heiß. In unserem Zimmer hatten wir aber glücklicherweise eine Klimaanlage. In Rom läuft man wirklich extrem viel. Natürlich gibt es die Metro und öffentliche Verkehrsmittel, aber man will ja auch was von der Stadt sehen. Im August ist es zusätzlich auch sehr voll in der Stadt. Das hat uns aber nicht weiter gestört. Neben den Basics, wie dem Petersdom, dem Kolosseum, dem Forum Romanum, der spanischen Treppe und dem Trevi-Brunnen, sind wir einmal nachts aufgestanden, um mit ausgeliehenen Lime-Rädern zum Kolosseum zu fahren. Die Straßen und Sehenswürdigkeiten sehen beleuchtet noch hübscher aus, aber sogar nachts war es noch über 27 Grad … Mit dem Fahrtwind allerdings deutlich angenehmer!

Bei den Temperaturen hat es uns auch hier zum Strand gezogen. Von der Innenstadt aus fährt man allerdings ein Stückchen. Über eine Stunde haben wir bis nach Ostia gebraucht. Für uns hat es sich aber dennoch gelohnt. Eine kleine Abkühlung war uns ganz willkommen.

Wir sitzen jetzt gerade noch in unserem ersten Zug mit beträchtlicher Verspätung. 40 Minuten. Wobei das für viele Deutsche ja noch lachhaft wäre. Die Züge in Italien sind bisher aber sehr übersichtlich und abgesehen von einzelnen Ausnahmen auch sehr pünktlich.

Weiter geht es jetzt nach Tropea, unser südlichstes Ziel. 

Die weiteren Etappen beschreiben wir im zweiten Teil unseres Reisetagebuches. 

-> Reisetagebuch Teil 2

Von Anna-Sophie Adams und Mara Disselkamp, die Reise fand statt im August 2026.

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