Mit dem DiscoverEU-Ticket durch Italien – Unser Reisetagebuch – Teil 2
Dieses ist der zweite Teil unseres Reisetagesbuchs, im ersten Teil berichten wir von den Etappen Venedig, Genua und Rom.
Etappe 5 – Tropea
Tropea war so ziemlich das Gegenteil von Rom. Eine verhältnismäßig kleinere Stadt direkt an der Küste.
Für Tropea haben wir uns bewusst nicht viel vorgenommen. Bis mittags waren wir immer am Strand und danach in der Stadt bummeln. Das Wasser war richtig türkis und die Stadt sehr süß mit vielen alten Gebäuden. Und die Sonnenuntergänge waren wunderschön! Also genau das Richtige, um wieder Energie zu tanken.
Tropea ist für eine kleine Kirche bekannt, die auf einem hohen Felsen direkt über dem Meer steht. In dem Felsen ist außerdem eine Höhle, zu der man nur schwimmend gelangen kann. Dieses Erlebnis haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen.
Nächster Stopp ist Neapel. Ab jetzt geht die Reise also wieder Richtung Norden, Richtung Selm – 😉 – Wir kommen Bella Napoli!
Etappe 6 – Neapel
Neapel fanden wir als solches nicht ganz so mega. Die Pizza in Napoli können wir allerdings sehr empfehlen, auch wenn wir keine klassische „Pizza Napoli“ gegessen haben.
In der Stadt selbst haben wir uns deshalb auch nicht großartig aufgehalten. Stattdessen konnte man super mit dem Zug nach Herculaneum fahren. Diese antike Stadt wurde zusammen mit der Stadt Pompeji bei einem Ausbruch des Vesuvs vor fast 2000 Jahren unter Schlamm und Asche begraben. Im Gegensatz zu Pompeji ist Herculaneum weniger bekannt, dafür aber besser erhalten und sehr sehenswert. Viele Häuser waren mit farbenfrohen Wandmalereien und Mosaiken bestückt. Außerdem wurden kunstvoll gestaltete und komplett erhaltene Möbelstücke, Werkzeuge, Schmuckstücke und Statuen ausgestellt.
Wir haben pro Person nur zwei Euro gezahlt und fanden es extrem interessant.
Am Tag darauf sind wir nach Vietri sul Mare an der Amalfi-Küste gefahren. Dort sind wir zunächst an den Strand gegangen und haben uns danach noch die nette Stadt angesehen. Alles Mögliche war mit Mosaik verziert, bunt bemalt und kunstvoll verschönert. Selbst der Trinkwasserbrunnen war ein Kunstwerk für sich.
Unser letzter Stopp ist der Comer See. Danach geht es schon nach Hause. So langsam merkt man auch schon, dass wir Selm wieder näher kommen: Es wird immer kälter. Die Wettervorhersage gibt für die nächsten zwei Tage höchstens 28 Grad an. Das dürfen wir auf jeden Fall als „kälter“ bezeichnen. Schließlich durften wir bei 38 Grad in Rom herausfinden, was wirklich warm bedeutet…
Etappen 5 bis 7 - Tropea, Neapel und Comer See
Etappe 7 – Comer See
Der Comer See war wirklich schön. Unsere Unterkunft lag in Como. Die Stadt selbst lag sehr zentral zu all unseren Tageszielen, allerdings war sie im Vergleich zu den anderen nicht ganz so besonders. Trotzdem hatte man einen wunderschönen Blick auf den See und viele Geschäfte zum Bummeln. Am Montag sind wir erst mit dem Bus nach Bellagio gefahren. Die Stadt ist sehr schön und bietet einen schönen Rundumblick auf den See. Danach ging es nach Nesso, auch mit dem Bus. Wir haben uns dazu entschieden, nur mit dem Bus zu fahren. Das ist deutlich billiger als die Fähren und man hat trotzdem eine schöne Sicht bei der Fahrt. Außerdem ist es sehr lustig und manchmal auch spannend, wie die Busse auf so schmalen Straßen zurechtkommen. In Nesso sind wir von einer kleinen Brücke gesprungen. Hinter der Brücke war auch noch ein Wasserfall, zu dem sind wir auch, selbst wenn das Wasser eisig war. Dort waren vor allem viele junge Leute, was wir ganz nett fanden. Wir haben beispielsweise ein nettes deutsches Pärchen getroffen, das mit uns zum Wasserfall gekommen ist.
Dienstag sind wir nach Lenno gefahren. Ursprünglich wollten wir zu der Villa Balbianello. Dank eines Sturms in der Nacht zuvor hatte diese aber zu. Also haben wir einen langen Spaziergang nach Tremezzo gemacht und sind dort in eine andere Villa, die Villa Carlotta, gegangen. Die ist weniger bekannt und wirkte auf uns nicht ganz so spektakulär – dafür war sie vermutlich auch deutlich leerer. Trotzdem war es sehr nett.
Abends sind wir jeweils ins benachbarte Hostel, das Ostello Bello, gegangen. Dort war deutlich mehr los und es gab auch Quiz-Nights und eine Bar. Dort haben wir tolle, lustige und teilweise überraschende Bekanntschaften geschlossen. Heute ging unser Zug erst nachmittags. Daher sind wir vorher nochmal in Como shoppen gegangen und haben ein leckeres Picknick mit Blick auf den See gemacht.
Jetzt liegen wir im Nightjet nach Duisburg. Genau, liegen. Da wir unsere Züge mit dem Interrail-Pass gebucht haben, wussten wir nicht, dass wir einen Schlafwagen reserviert haben. Das ist etwas ungewohnt, aber dennoch deutlich gemütlicher als auf der Hinfahrt.
Unsere Tipps
Wir haben bewusst gespart, wo es ging. Einerseits haben wir geschaut, dass wir günstige Hostels buchen. Das ist zwar eine Erfahrung, aber nette Menschen findet man überall. Andererseits sind wir in den drei Wochen zweimal essen gegangen. Einmal gab es Pizza, einmal Pasta. Das war uns in Italien wichtig. Ansonsten sind wir aber immer in günstigen Supermärkten einkaufen gegangen. Das war echt praktisch und sehr günstig. Irgendwann hatten wir unsere Supermarkt-Gerichte zusammen. Unsere Favoriten: Baguette mit Frischkäse als Dip und eine Wassermelone, die wir halbiert und dann ausgelöffelt haben.
Daher sind Besteck und ein Taschenmesser im Gepäck auch sehr sinnvoll.
Ein weiterer Tipp ist, immer die Leute in den Hostels freundlich zu begrüßen. Wenn man offen rüberkommt, lernt man schnell nette Menschen kennen.
Und in Deutschland sollte man immer viel Umstiegszeit einplanen, in Italien ist das eigentlich nicht nötig.
Wir haben in Italien allerdings viele Leute getroffen, die schlechte Erfahrungen mit den Zügen gemacht haben. Das, was wir anders gemacht haben, ist, alles vorweg gut durchzuplanen und im Vorhinein zu buchen.
Es kann natürlich seinen Reiz haben, spontan und ungebunden zu reisen, allerdings sollte man dann auch mit Problemen rechnen. In Italien sind bei vielen Zügen nämlich Sitzplatzreservierungen Pflicht.
Wir würden jedenfalls jedem, der Spaß am Reisen hat und eine günstige und auch sehr umweltfreundliche Möglichkeit sucht, die Welt zu entdecken, eine Reise mit dem Interrail-Pass empfehlen.
Was ist DiscoverEU?
DiscoverEU ist eine Aktion des EU-Programms Erasmus+. Junge Menschen können sich in dem Jahr, in dem sie 18 werden, um einen kostenlosen Travel-Pass bewerben. Damit lässt sich Europa vor allem mit der Bahn entdecken. Der Pass funktioniert ähnlich wie ein Interrail-Ticket: Innerhalb eines Monats können an bis zu sieben Reisetagen Züge in verschiedenen europäischen Ländern genutzt werden. Für manche Züge sind zusätzliche Sitzplatzreservierungen nötig.
Die Bewerbung läuft online über das Europäische Jugendportal. Neben einigen persönlichen Angaben gehört auch ein kleines Quiz dazu. Bewerben kann man sich allein oder als Gruppe.
Das Besondere daran: DiscoverEU ermöglicht jungen Menschen, vergleichsweise günstig und klimafreundlich durch Europa zu reisen, unterschiedliche Länder kennenzulernen und unterwegs eigene Erfahrungen zu sammeln.
Die nächste Bewerbungsrunde für den Geburtsjahrgang 2008 läuft vom 1. bis 15. Oktober 2026.
Von Anna-Sophie Adams und Mara Disselkamp, die Reise fand statt im August 2026.
