Und wieder ein Jahrzehnt vorbei: FastFood kommt in Selm an
Alles neu im Süden Selms
Mit der Fertigstellung der K44n, die es möglich gemacht hat, einen größeren Teil des Verkehrs aus der Ortsdurchfahrt B236 Selm auf eine Umgehung ins Industriegebiet zu verlagern – auf den „Zeche-Hermann-Wall“ – ergab sich städtebaulich eine neue Chance für den südlichen Ortseingang von Selm.
Aus dem neuen Kreisverkehr heraus sollte eine eigene Straße zu einem kleinen Gewerbegebiet führen, das vor allem für die Tankstelle Rüschkamp eine neue Heimat bieten musste – denn diese musste samt dem Autohaus dem Bauprojekt „REWE und ALDI“ Platz machen, das einen Kreisverkehr weiter nördlich realisiert wurde.
Geplant wurde der Neubau einer Tankstelle, dazu gab es die Idee einer unmittelbar benachbarten „Systemgatronomie“, dann war eine weitere Option ein Waschpark in Ergänzung zur Tankstelle und noch weiteres Gewerbe.
Das Titelfoto zeigt uns das Ergebnis der damaligen Planungen kurz vor der Vollendung. Hier eine Ausschnitt aus den Beratungsunterlagen – skizziert wird in groben Zügen, was möglich gemacht werden soll.

Das Autohaus Rüschkamp selbst fand seinen neuen Platz im nördlichen Industriegebiet des Ortsteils Selm.
Heiß und erbittert wurde um die möglichen Varianten von „Systemgastro“, um Müll und Lärm diskutiert. Insgesamt – das zeigt der Zeitstrahl – begann ein weitere Marathon von 10 Jahren.
In 2017 wurde der Bebauungsplan für den Neubau von „REWE und ALDI“ auf der alten Fläche im Rat beschlossen – zu einer Zeit, in der die B236 / Kreisstraße eine einhzige „ewige“ Baustelle war. Es konnte also nur besser werden…
Erst in 2018 folgte dann der finale Beschluss zum kleinen Gewerbegebiet am neuen südlichen Orsteingangs-Kreisel Selm. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die notwendigen „Ausgleichsmaßnahmen“ abschließend definiert – denn durch die Bebauung ging hier durchaus relevantes Feuchtgebiet verloren.
Der Umweltbericht stellt fest, dass trotz dort festgelegter erster Maßnahmen ein Biotopwert von fast 5500 Punkten verloren geht.
Als Ausgleichsfläche werden etwa 24000 Quadratmeter einer Fläche am Rande des „Zeche-Hermann-Wall“ vorgesehen. Allerdings hält der Umweltbericht auch fest, dass es nicht gelingen wird, so den gesamten Verlust zu kompensieren. Dies sollte auf anderem Wege für den Restbedarf von etwa 1500 Biotopwerten, eventuell auch durch Ausgleichszahlungen, geschehen.
Mit der Tankstelle, der Rettungswache, der Garagenanlage und der „Systemgastro“ sind die Baumaßnahmen nun abgeschlossen – es wird wohl auch an der Zeit sein, einen kurzen kritischen Blick auf die Umsetzung der Vorgaben der Bauleitplanung zuwerfen – mal sehen, ob alle Bäume dort sind, wo sie sein sollen …
