Klimafasten, Woche 6: eine Stunde für die Erde, LED und Sonnenkraft

Okay, auch wenn es noch knackig kalt ist, Regen, Sturm und draußen 6 °, stelle ich meine Heizung etwas herunter. Weniger heizen, auf stromsparende Beleuchtung achten, Solaranlagen in Erwägung ziehen, das ist das Programm für die sechste Woche der Aktion Klimafasten der Stadt Selm.
 
Und obwohl es die sechste Woche ist, ist es nicht die letzte Fastenwoche. Es geht schon stramm Richtung Ostern und dennoch folgt die siebte Woche.
Das Klimafasten mit der Stadt Selm endet nämlich erst am 4. April, also Ostersonntag. Begonnen hatten wir am 17. Februar, dem Aschermittwoch.

Ich deute diese Verlängerung der Fastenzeit als Signal, dass es ein längerer Marsch ist, auf unseren Einfluss auf das Erdklima zu achten. Auch, dass es nicht ausreicht, 42 Tage im Jahr für das Klima zu fasten und in der übrigen Zeit auf normal zurückzuschalten.

Plan für Klimafastenwoche 6

Diese Woche:

  • senke ich meine Zimmertemperatur um 1°C
  • prüfe ich, ob ich überall sparsame LED‘s nutze
  • enteise ich meinen Kühl- und Gefrierschrank
  • prüfe ich, ob mein Hausdach für Solaranlagen geeignet ist
  • nehme ich an der Earth Hour teil

Arbeitsstart im Homeoffice: T-Shirt oder Rollkragenpulli?

Morgens früh geht es für mich ins Homeoffice. Das Müsli ist verputzt, der Kreislauf kommt so langsam in Schwung. Eine große Tasse mit Schwarztee – fair gehandelt, aus Bioproduktion, lose Körnchen, durch ein Metallsieb gefiltert, mit einem Schuss Hafermilch abgeschmeckt – hilft mir, auf Betriebstemperatur zu kommen. Gähn. E-Mails checken. Strecken, rekeln, Abteilungschatgruppe checken.
 
Normalerweise habe ich tagsüber die Zimmertemperatur auf 20 ° C eingestellt. Ich nehme also meinen Wochenauftrag ernst und stelle sie auf 19 °. Ich tausche die dünne, sportliche Jogginghose gegen die dicke, flauschige, und hole nochmal den Rollkragenpulli aus der Winterkiste. So komme ich ganz gut durch den Vormittag, brauche auch keine Wolldecke. Bemerke allerdings nach längerer Tipparbeit kühle Hände. Aufstehen, fünf Minuten Gymnastik. Besser.
 
Im Laufe der Woche spielte der Frühling auch mit und bescherte mir eine Solarheizung von außen: so ab mittags schien die Sonne auf meinen Schreibtisch und der Rolli verschwand wieder im Schrank. Das Thermostat stand weiterhin auf 19 °, die Zimmertemperatur stieg jedoch auf 21,5°. Ich werte die Aufgabe dennoch als erfüllt.
 

Eine Frage der Technik: LED, Photovoltaik

 Zweite Aufgabe: alles LED, Häkchen dran, Aufgabe bestanden.Und das macht wirklich etwas aus, die Helligkeit einer klassischen 60 Watt-Glühlampe erzeugt eine LED-Lampe mit nur 8 Watt. Das spart also mehr als 85 % des Energieverbrauchs.
 
Dann mal ans Solardach ran. Ein Check beim Selmer Solarkataster ergab: meine Wohnung erscheint in gelb, das bedeutet, der Standort ist geeignet. Nicht gut geeignet, das wäre die optimale Stufe, aber geeignet.
Notiz an mich: Mit Vermieter über Solardach reden.
 
Solarkataster für Selm
Geeignet fürs Solardach? Das Solarkataster sagt ja. Karte: Digitales Orthofoto (DOP) via solare-stadt.de

Eine Stunde für die Erde

In die sechste Klimafastenwoche fiel am 27. März die International Earth Hour. Als Zeichen für nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen sollte weltweit für eine Stunde das Licht ausgeschaltet werden.

Ich erinnere mich an eine Folge der Lindenstraße. Die Serie habe ich zwar nicht regelmäßig aber hin und wieder gern gesehen. An diesem Tag begann die Earth Hour genau während der Sendezeit der Lindenstraße und es sollte nicht nur das Licht, sondern der komplette Strom im Haushalt ausgeschaltet werden.

Die Sendungsmacher waren ja immer am Puls der Zeit, also wurde die Earth Hour in der Sendung zum Thema. Selbst Else Kling, für jüngere Leser:innen: die immer grantige aber sehr neugierige Hausmeisterin, machte mürrisch und schweren Herzens mit.  Obwohl gleichzeitig ihre Lieblingsserie im Fernsehen lief! Eine schöne Selbstreferenz.

Zur dunklen Stunde saß also die halbe Lindenstraße ohne Beleuchtung im Hausflur zusammen und philosophierte, was solche Aktionen wohl bringen mögen.

Zur diesjährigen Earth Hour am 27.03.2021 um 20.30 Uhr machte ich zunächst alle Lichter in der Wohnung aus. Ich blieb jedoch an meinem PC sitzen, an dem ich gerade in den Nachrichten gesehen hatte, wie die Lichter der Oper von  Sydney und am Moskauer Kreml ausgingen.

Da ich wohl an einem meiner Blogs bastelte und dabei nicht komplett im Dunkeln sitzen wollte, ist ja am PC nicht gut für die Augen, holte ich die kleinste Lampe und machte wenigstens diese an. Ja, auch mit LED-Leuchtkörper ausgestattet. Nicht ganz konsequent, aber Aufgabe teilweise bestanden.

Die Earth Hour wurde 2007 vom WWF Australien ins Leben gerufen und wird seither weltweit in vielen Ländern unterstützt. Natürlich ist es nicht viel mehr als ein kleines Symbol, wenn es jedoch zum Umdenken in Richtung Strom sparen beiträgt, halte ich es für sinnvoll. Denn Klimaschutz besteht für mich aus vielen, vielen kleinen Schritten.

… einen kleinen Schritt habe ich indes übersehen, den Kühlschrank zu enteisen. Mache ich die Tage!

Links zur Fastenwoche 6

Solarkataster

Info zum Solar- und Gründachkataster der Stadt Selm

Earth Hour – Seite des WWF Deutschland

Tipps zu LED-Beleuchtung der Verbraucherzentrale

Das Klimafasten ist eine Aktion der Stadt Selm und wird von der Klimamanagerin Lea Freese koordiniert.

Oliver Hübner

Oliver Hübner - Autor, Blogger und Webgestalter aus Selm und Schwerin, geb. 1968 in Unna

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