Selmer Alltagsspuren: Noch 12 Tage

Ein wenig wackelig ist die Berechnung schon noch – aber mit dem Abend des 12. Dezember als Beginn des 13. Dezember bin ich auf der sicheren Seite. In 12 Tagen werden in den Familien und bei den Einzelnen, in den Zimmern, Wohnungen und Häusern die Lichter leuchten, um den “Heiligabend” zu feiern. Das Weihnachtsfest beginnt – und wer konservativ genug ist, packt dann am Weihnachtsmorgen die Geschenke aus – oder halt an diesem Abend…

Wieder 12 Tage später ist der Übergang in das neue Jahr dann geschafft, mit dem Fest der “Heiligen Drei” ist die Zeit zwischen den Jahren abgeschlossen, 2022 schon am Start, die Erinnerungen an 2021 einmal mehr oder weniger intensiv durchgekaut.

In den dunklen Straßen bis dahin, rund um die Sonnenwende zum dunkelsten Tag des Jahres, immer wieder Lichter an den Straßenrändern – grüne Weihnachtsbäume, geschmückt mit den kleinen LED-Ketten oder auch  mit Kugeln und Sternen und anderem Schmuck.

Auf den Kreisverkehren Lichtpunkte in Baumform und Sternskulpturen

An der einen oder anderen Gaststätte blinkende Lichter wie beim Gasthaus Suer in der Altstadt von Selm, beleuchtete Wortbilder am Selmer Hof, farbige Leuchtzeichen an der Borker Hauptstraße.

 

Ganz wunderbare Lichter entzünden in dieser Vor-Weihnachstzeit auch viele Menschen in Selm mit ihren Initiativen, die nur ein ganz klein wenig mehr Freude bringen wollen, ein wenig mehr Licht in Herz und Leben.

Festpakete für die Tafel in Selm

Die Weihnachstaktion der Pfarrei St. Ludger zugunsten der Tafel

Geschenke für die Kinder der Tafel

Die Sterne mit Weihnachstwünschen unter anderem an diesem Baum - ebenfalls für Kinder der Tafel

Weihnachtsboxen für die Senioren

Die Weihanchstboxen der Schicksalshelfer für Senioren

Nachklapp: Noch 12 Tage bis Weihnachten

So säkular wir auch geworden sind, die dunklen Zeiten am Jahresende lassen mich trotzdem immer mit einer gewissen Spannung auf die Neugeburt des Lichtes und den Jahreswechsel zugehen.

Mit einem Blick zurück auf 2021 stellen sich so viele Fragen wie kaum je zuvor: Werden die Kirchen, besonders die katholischen Bistümer, die Skandale um sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung endlich aufarbeiten? Werden Sexualstraftäter endlich durch wachere Augen auch im scheinbar unschuldigen Familienkontext an ihren möglichen Taten gehindert? Werden im neuen Jahr gerechtere Verhältnisse zwischen allen Menschen herrschen? Lohnt sich der Wechsel in der Bundesregierung?
Werden die Querdenker kopfmäßig wieder in die Spur kommen?

Diese Tage stehen auch für eine: Dennoch!

Das nicht aufgeben, was  mir möglich ist. Auch am Ende der Hierarchie, irgendwo in einem Stall, am Ende der Welt, einem vergessenen Winkel des Imperiums.

Grundsätzlich das ablehnen, was nur dem “Kaiser” dient, dem einen, der meint, die Welt hänge in ihrer Existenz an ihm und seinen Planen. Sie tut es nicht. Die Welt ist vielfältig, sie braucht keinen Alleinherrscher, sie will sich immer wandeln.

Auch dafür steht Weihnachten, das Fest, das nun kommen will.

Jesaja Michael Wiegard

Geborener Sauerländer, kerngebildet als Theologe, beruflich nun medienarbeitend, erfahren als Bildungswerker und Ressourcenbeschaffer, suchend und fragend, unterwegs seit 1967, zwischen Christentum und Sozialismus nach Gerechtigkeit suchend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.