Selmer Geschichten: poetische Fotografie – Interview mit Vanessa Riphaus

Über Ihren Instagram Account „Motte – Karotte Fotografie“ bin ich auf Vanessa Riphaus aufmerksam geworden. Nicht nur, dass der Name des Accounts mir ins Auge sprang, auch die Qualität der dort geposteten Fotografien sprach mich sofort an. Stilvolle Porträtaufnahmen, mal schwarzweiß, mal farbig, poetische und gut durchdachte Tierfotografien und speziell die künstlerischen Motive, die „Lost Places“ ergaben ein stimmiges Gesamtbild einer Fotografin, die weiß was sie will und wohin sie will.

Nach eine telefonischen Anfrage, ob sie Lust habe mir ein paar Fragen zu beantworten kam Frau Riphaus zu mir ins Atelier und ich konnte eine sehr sympathische Frau kennen lernen, die den Eindruck, den ich über ihren Instagram Account gewonnen hatte bestätigte.

Wir waren schnell beim Du und Vanessa erzählte mir von ihrer Arbeit, von Fotoshootings bei Hochzeiten und anderen Festivitäten, Babybauchshootings und den vielen Motiven, die sie als Fotografin schon vor dem Objektiv hatte. Auch bei ihr gab es durch Corona einen massiven Einbruch in der Auftragslage denn es gab kaum noch Möglichkeiten, Personen, Familien oder Gruppen zu fotografieren. Also überlegte sie was wohl möglich wäre und bald schon kam sie zu den Tierfotografien. Diese Shootings konnten schließlich im Freien stattfinden. Eine Reihe sehr stimmungsvoller Tieraufnahmen nahm ihren Anfang.

Foto: Vanessa Riphaus

Vanessa, kommst du aus Selm oder bist du zugezogen?

Ja. Ich bin gebürtig aus Selm, hab’ jetzt fast 10 Jahre im Kreis Recklinghausen gewohnt. Ich bin damals wegen der Arbeit dorthin gezogen. Ich bin gelernte PTA und arbeite auch weiterhin in einer Apotheke auf 20 Stunden. Nach der Trennung von meinem Mann bin ich mit meiner kleinen Tochter wieder zurück nach Selm gezogen, weil ich hier auch die Betreuung durch meine Eltern habe.

Ich versuche mir hier in Selm eine freiberufliche Existenz als Fotografin aufzubauen, das wäre mein Traum. Allerdings, auch coronabedingt, geht das vorerst nur als Nebengewerbe. Das hat aber auch den Vorteil, das ich nur die Aufträge annehmen kann, die ich möchte und wenn mir etwas nicht gefällt kann ich auch nein sagen und muss nicht jeden Auftrag annehmen. Wenn der Druck dazu kommt, möglichst viele Aufträge hereinzubekommen, kann auch schnell der Spaß daran verloren gehen.

Kommen deine Aufträge hauptsächlich aus Selm oder auch aus Dortmund, Münster oder dem weiteren Umland?

Also die meisten Aufträge bisher kommen aus Selm aber ich habe zum Beispiel letztens eine Junggesellinnenabschied fotografiert, da kamen die Mädels aus Werne und Umkreis. Die sind über meinen Instagram Account auf mich aufmerksam geworden und haben mich direkt angeschrieben.
Ich bin auch immer für alles offen, ob es nun einen Taufe, Kommunion oder gern ein mal Junggesellinnenabschied ist. Ich war dann Teil einer Schnitzeljagd und das Fotoshooting war eines der Geschenke für die angehende Braut.Es hat allen sehr viel Spaß gemacht und auch wenn ein Shooting mal nur eine halbe Stunde oder eine Stunde geht, für solche Aktion bin ich immer gern zu haben, ich bin da sehr spontan.

Bei den Porträtaufnahmen nehme ich mir allerdings sehr viel Zeit. Ich möchte eine angenehme und entspannte Atmosphäre schaffen in der sich die Kundin wohl fühlt. Gerade auch bei Aktaufnahmen, die ja schon eine vertrauensvolle Atmosphäre benötigen ist das auch sehr wichtig.

Foto: Vanessa Riphaus

Hast du ein Ausbildung zur Fotografin gemacht oder bist du reine Autodidaktin und hast dir alle Kenntnisse und Fähigkeiten selbst erarbeitet?

Ich bin reine Autodidaktin, hab mir alles selbst bei gebracht. Ich hätte gern nach der Schule eine künstlerische Ausbildung gemacht, wäre vielleicht auch gern Designerin geworden aber zu der Zeit gab es diese Ausbildungen nur an Privatschulen und meinen Eltern wäre es schwer gefallen mir das zu finanzieren also habe ich mich entschieden eine Ausbildung als PTA zu machen. Das hat mir damals auch ganz gut gefallen.

Wie ist das denn mit dem technischen Aspekt? Kameras haben ja heute soviel Möglichkeiten und mich nervt schon das Lesen des Handbuchs.

Ich bin eigentlich nicht so der Technik Mensch aber ich habe ganz viele Bücher gelesen.
Am Anfang noch diverse Anfängerbücher um Herauszufinden wie das mit der Blende funktioniert, wie stellt man den Hintergrund unscharf usw. Man probiert und übt und ich habe da auch immer viel Spaß daran gehabt. Irgendwann wird der Umgang mit der Kamera zur Routine und man hat die Grundkenntnisse verinnerlicht dann geht man einen Schritt weiter, lernt mehr, schaut wo die eigenen Vorlieben sind, lernt weiter und spezialisiert sich auf bestimmte Bereiche.

Foto: Vanessa Riphaus

Deine Tierfotografien haben mich sehr angesprochen, sie sind speziell. Was ist deine Intention sie so und nicht anders zu gestalten?

Mittlerweile macht ja jede/r mit seinem Handy hunderte Fotos von seinem Haustier.
Ich möchte aber, das diese Fotos etwas besonderes sind. Ich möchte an besondere Orte gehen, möchte eine Geschichte erzählen.

Zum Beispiel das Foto von dem Husky, mit dem bin ich bewusst in den Wald gegangen.
Das fand ich authentischer. Er sieht aus wie ein Wolf und ihn wollte ich in der Natur fotografieren. Er hat dieses rötliche Fell, das passte dann hervorragend mit all dem Grün. Prima war auch der Beagle, den ich auf Hof Lünnemann fotografiert habe, das war allerdings im Rahmen des Fotokalenders, den ich mache. Der Hund war super drauf und wir konnten spontane Fotos machen, alles wurde spielerisch gestaltet ohne den Hund zu überfordern. Es gibt da viele Möglichkeiten, die Hunde so zu fotografieren, das es natürliche und lebendige Bilder gibt. Die werden dann noch ein bisschen künstlerisch bearbeitet, damit sie diese etwas „märchenhafte“ Ausstrahlung bekommen.

Auf meiner Internetseite kann man sich meine Arbeiten ansehen und findet dort auch die Infos zu den einzelnen Paketen die ich anbiete.
Das günstigste Paket Tierfotografie sieht beispielsweise so aus:

✓ ca. 1 Stunden Shooting am Wunschort
✓ 3 Bilddateien als Download
✓ Bildbearbeitung & Retusche
✓ Passwortgeschützte Online Galerie
✓ Private Nutzungsrechte
50 €
Jeder weitere Hund + 15€
Jede weitere Bilddatei zu je 10€
Anfahrt von 30 km sind in der Pauschale enthalten,
danach 0,50€ pro Kilometer

Es gibt viele Möglichkeiten die Fotodateien zu verwenden, man kann auch das Foto auf Leinwand drucken lassen, also Fototapete oder auch als Abdeckung für das Ceranfeld.
Ich berate meine Kunden dann gern und zeige ihnen alle Möglichkeiten auf.

 

Foto: Vanessa Riphaus

Die Close Ups und die Lost Places Fotografie sind oft in schwarz weiß gehalten. Ist das eine besondere Vorliebe von Dir?

Ja, ich mag das Pure bei den Close Ups in schwarz weiß. Oft ungeschminkt und/oder in der Natur fotografiert sind diese Arbeiten sehr ausdrucksstarke Portraits. Und ich finde es sehr aufregend an verwunschene Plätze zu gehen wo alles verfallen ist und dort zu fotografieren. Oft lese ich mich auch ein. Es gibt ja immer Informationen zu den Gebäuden, die man finden kann wenn man sucht.

Gerade die Lost Places sind meistens in schwarz weiß und man kann alles ein bisschen schummrig gestalten. Diese Fotos sind eine Vorliebe von mir aber im Augenblick eher nebenher. Ich könnte mir gut eine Ausstellung mit diesen Arbeiten vorstellen, habe aber noch nicht die richtige Location gefunden. Das ist wirklich meine Leidenschaft.

Foto: Vanessa Riphaus

Vanessa, wo siehst du dich in Zukunft? In 2 Jahren, in 5 Jahren?

Ich möchte natürlich schon erreichen, das ich von meiner Fotografie leben kann. Ich würde mir wünschen, das sich meine Arbeit weiter herum spricht, das ich immer weiterempfohlen werde.
Auch wäre es schön wenn sich mein Radius weiter vergrößern würde und ich mit meiner Arbeit über die Grenzen des Münsterlandes hinweg erfolgreich sein könnte. In zwei Jahren hätte ich gern einen größeren Kundenstamm, durchaus noch nebenberuflich.
In 5 Jahren wäre ich gern hauptberuflich als Fotografin tätig.

So und nun muss ich das noch fragen:
Wieso Motte Karotte Fotografie? Der Name ist etwas ungewöhnlich.

Es ist der Spitzname meiner Tochter. Ich habe sie immer schon Motte genannt und irgendwann hatte sie eine Phase , in der sie viel Möhrchenbrei gegessen hat und sie hatte dann immer so eine orange Haut, so wurde sie zu Motte-Karotte. Sie ist jetzt 4 Jahre alt und ich nenne sie immer noch so.

Ich glaube, das sich der Name Motte – Karotte besser einprägt oder auffälliger ist als ein „normaler“ Name, daher „Motte – Karotte – Fotografie“.

Foto: Vanessa Riphaus

Danke Vanessa für das Interview!

Sie finden hier einige der Fotografien von Vanessa Riphaus, die ich als Beispiele ausgesucht habe.
Weitere spannende Arbeiten und die Angebotspakete auf https://www.motte-karotte-fotografie.de/

Persönliches:

Name:

Alter:

Geburtsort:

Beruf:

Ich wohne in Selm seit:


Das mag ich an
Selm besonders:


Das fehlt mir in
Selm:




Mein Lieblingsort in Selm:

Dafür bin ich dankbar:


Das kann ich besonders gut:

Hobby:


Lieblingsbuch:


Lieblingsfilm/Serie:


Lieblingsessen:

Lieblingsreiseland:

Vanessa Riphaus

32 Jahre

Lüdinghausen

PTA, nebenberuflich Fotografin

Seit meiner Geburt, habe nach meiner Ausbildung 11 Jahre in Recklinghausen gewohnt, bin seit 1 1/2 Jahren zurück in Selm

Dass man viele Leute noch aus der Schulzeit kennt und wieder trifft, das Gefühl “zu Hause” zu sein, das in der Großstadt fehlte

Attraktive Spielplätze für die Kinder, Eine größere Kneipe oder Bar, die bei gutem Essen zum verweilen mit Freunden einlädt und in der regelmäßig interessante Motto Partys stattfinden.  (natürlich nach Corona)

Die Wälder in und rund um Selm, der Baumarkt 😀

Für meine kleine Tochter, viele alte Freunde und Bekannte von früher wiedergefunden zu haben, für meine Engelsgeduld 😀

Fotografieren 😉 , zeichnen, zuhören, kochen

Lost Places Touren, zeichnen, spazieren in der Natur, alte Nintendo Spiele

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Schweden

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