Selmer Alltagsspuren: Rodelberg eingerodelt

Weißes Vergnügen: Feuertaufe, Jungfernfahrt

Von Feuertaufe bei einem Rodelberg zu sprechen, ist wohl unpassend. Doch der kurze Wintereinbruch von einem halben Tag Dauer verhalf dem Rodelberg im Auenpark zu seiner Inbetriebnahme. Die Jungfernfahrt gelang, sozusagen. Die Spuren, die diese und die weiteren Fahrten hinterließen, waren zwar sehr bald schon grün, doch minderte das nicht den Spaß, den viele Kinder, Jugendlich und auch Eltern hatten.

Da das Winter-Intermezzo glücklicherweise auf einen Sonntag fiel, konnten viele am Vergnügen teilhaben. Ich leider nicht, und das Kind in mir verdrückte eine große Kullerträne, den Spaß verpasst zu haben. Ich sah es immerhin auf einer Fotostrecke (siehe unser Foto der Woche Nr. 4). Doch, die leuchtenden Väter-Augen verrieten große Freude. Und das wichtigste: Der Rodelberg, das Selmer Wahrzeichen, die Landmarke im Auenpark, ist jetzt tatsächlich ein echter Rodelberg.

Zu früh gefreut?

Dabei hatte ich eine Weile Sorgen, ob es jemals dazu kommen würde. Der innere Empörungsgrad wuchs bereits in mir: “Na”, dachte ich, “zu früh gefreut aufs Schlittenfahren am Rodelberg?”

Der gerade Weg, der von der Kuppel in Richtung Norden herabführt, war nämlich gesperrt. Drei Betonpoller waren platziert, sodass man auf dem Weg erst gar nicht in Schwung kommen kann. Dann werden bald ganz sicher auch Absperrung am Hang angebracht, schade, schade!
Hat die Stadt plötzlich Bedenken bekommen, dass beim Rodeln doch etwa passieren könnte? Dann können wir den Rodelberg sicher bald umbenennen. Namensvorschläge?

Betonpoller am Berg

Doch die Sorge war unberechtigt, wie die Fotos vom vergangenen Sonntag beweisen. Die behelfsmäßigen Poller sollen erst einmal nur junge Menschen auf Skateboards und mit BMX-Rädern davon abhalten, im Geschwindigkeitsrausch bis in den Selmer Bach durchzupesen. Dabei gibt es doch eine Skateranlagen und einen BMX-Parcours auf der anderen Seite des Parks. Die waren wohl wegen Corona geschlossen respektive wegen des Regens zu matschig. Also wird das noch mögliche Abenteuer in der Nähe gesucht: wagemutig den Rodelberg hinab. Damit es aber nicht halsbrecherisch wird, hat die Stadt dort Betonpoller platziert. Für den Übergang, später sollen dort Metallbügel aufgestellt

Ich finde es bedauerlich, wenn ein künstliches Hindernis notwendig ist, auf einem Weg, der ja dazu gedacht ist, ein Ziel zu erreichen. Offenbar war es dort notwendig. Bitte liebe Stadt, achte darauf, dass später genügend Platz ist, um Kinderwagen an den Metallbügeln vorbei auf den Rodelberg zu schieben.

… noch ein Wunsch

Einen weiteren Wunsch hätte ich noch: Noch einmal Schnee in Selm in diesem Winter! Gerne so bis Mitte März. Der darf auch mal länger liegen bleiben, nicht nur einen Sonntagvormittag! Mit fester Schneedecke am Rodelberg, damit das Gras am Hang wenig Schaden nimmt. Dann könnte ich mich auch einmal in diesem Winter mit meinem Schlitten vom Rodelberg hinabwagen.

Rodelberg mit Holzklötzen
Gut gelöst: Holzklötze bremsen gefährliche Fahrten vom Rodelberg

PS: gut gelöst

Inzwischen sind die Betonpoller verschwunden. An ihrer Stelle verhindern dezente Holzbalken die gefährlichen Fahrten hinab. Kinderwagen können auf den Zwischenplateaus um sie herumgeschoben werden. Eine gute Lösung.

Oliver Hübner

Oliver Hübner - Autor, Blogger und Webgestalter aus Selm und Schwerin, geb. 1968 in Unna

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