Selmer Geschichten: „ Gemeinsam für die Menschen da sein“

Das soll das Leitwort sein, für die kommenden Wochen, Monate, eventuell Jahre. Bürgermeister Thomas Orlowski bringt so die Haltung auf den Punkt, mit der er für die Stadt auf das Kommen der Geflüchteten aus der Ukraine zukommt: “Gemeinsam für die Menschen da sein“

Gemeinsame Pressekonferenz für Selm

Recht hoch ist das Tempo, mit dem Bund, Land und Kommunen nun auf die ankommenden Geflüchteten aus der Ukraine reagieren.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz von Bezirksregierung Arnsberg und Stadt Selm deute die Anwesenheit der Polizei und des LAFP an, was sich dann als Planung für Selm entpuppte:

Auf ausdrückliche Bitte der Bezirksregierung wird in Zusammenarbeit von Kommune und Landesinstitut erneut eine Erstaufnahmeeinrichtung für 1000 Geflüchtete auf dem Gelände der LAFP eingerichtet.

Die einstündige Pressekonferenz wurde von den RN aufgezeichnet und ins Netz gestellt. Mit dem SELMagazin waren es dann auch zwei Medien, die an der Konferenz teilahmen – plus die Pressestellen  der Behörden.

Erneut: Zeltstadt in Bork

Technisch kann die neue Zeltstadt auf die bestehenden Anschlüsse für Wasser, Abwasser und Strom zurückgreifen, der verlorene Parkraum kann räumlich nah ersetzt werden, eine gemeinsame Begehung von Bauordnung der Stadt, Brandschutz  von Kreis und Feuerwehr verlief nach dem Bericht der Stadt entsprechend glatt und zügig.

Inhaltlich kann die neue Zeltstadt an das Grundkonzept aus 2015 zurückgreifen. Intensiviert werden soll die Betreuung der Kinder (es kommen zu fast 50 Prozent der Geflüchteten als Kinder und Jugendliche), ein Außenbereich für Kinder und Jugendliche und ein Angebot für die Versorgung mit Kleidung und Hygieneartikeln.

Der Dezernent für Bauen und Ordnung Schwager sieht „wenig Probleme und Konfliktpunkte“ mit der Bauordnung, die Parksituation könne gelöst werden, durch die offene Willkommens-Kultur in der Stadt sieht er auch keine Gefährdung der Einrichtung durch eher feindliche Haltungen oder Taten.

 

Aktueller Stand: Etwa 180 bisher Geflüchtete bekannt

Die Sozialdezernentin Engemann konnte mitteilen, dass aktuell etwa 180 Ukrainer:innen in Selm registriert sind – davon wohnen 20 in städtischen Unterkünften, alle anderen sind privat untergebracht.

Das Engagement der Selm sei großartig – viele fragten nach, wo und wie sie helfen können.

Sachspenden werden aktuell nicht gebraucht – Geldspenden auf das Konto der Stadt angenommen und zur Unterstützung der polnischen Partnerstadt Iwkowa weitergeleitet.

Zu den zahlen, die für Selm erwartet werden, macht die Bezirksregierung keine klaren Aussagen – zu dynamisch ist die aktuelle Lage.

Eines aber ist deutlich: Wie schon in 2015 werden die Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung auf die Aufnahmeverpflichtungen der Stadt mindernd angerechnet.

Status: System startet

Für den Betrieb der Einrichtung wird die „European House Care“ aus Essen verantwortlich sein, die bereits für die Bezirksregierung in Einrichtung in Unna-Massen tätig ist, sie organisiert auch den Sicherheitsdienst, der in der Einrichtung aktiv sein wird.

Welche Stellen noch in und für Selm zu besetzen sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

 

Ende April soll die Einrichtung durchstarten, zum Monatswechsel März / April wird es eine Einwohnerversammlung geben.

 

Weitere Details? wir bleiben dran…

 

Jesaja Michael Wiegard

Geborener Sauerländer, kerngebildet als Theologe, beruflich nun medienarbeitend, erfahren als Bildungswerker und Ressourcenbeschaffer, suchend und fragend, unterwegs seit 1967, zwischen Christentum und Sozialismus nach Gerechtigkeit suchend

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