Selmer Alltagsspuren – Welche Spuren wir hinterließen – das erste halbe Jahr

Die Selmer Alltagsspuren beschreibt Spuren, die wir im Alltag finden, die einen Gedanken auslösen, eine Idee. Heute soll die Perspektive einmal umgedreht werden: Welche Spuren hinterließen wir, in Selm und im www?

Ein halbes Jahr online – kleine Spuren, große Spuren

Der Anlass ist ein Feierlicher: wir haben 1/2sten Geburtstag! Doch, so schnell zogen die ersten sechs Monate 2021 ins Land, so lange ist es schon her, seit am 1. Januar 2021 unser erster Artikel online ging. Schnee fiel seither auf Selm, mal mehr mal weniger Wasser, wochenlang auch mal keins und das Thermometer kletterte von -16 Grad im Januar auf 40 Grad im Juni.

Die ersten Monate waren geprägt von Corona, unsere regelmäßigen Redaktionsbesprechungen fanden online statt, obwohl wir nur wenige hundert Meter voneinander entfernt vor den Monitoren saßen. Erst als die sinkenden Inzidenzwerte es zuließen, konnten wir von Angesicht zu Angesicht unsere Ideen für die nächsten Beiträge austauschen.

Die Spuren, die unsere Beiträge hinterließen, waren unterschiedlich. Am Beginn waren sie deutlich größer und tiefer, vermutlich war die Neugierde größer: “Huch, wer schreibt denn da über unsere Stadt?”

Wir teilten noch alle Beiträge in den gängigen Selmer Gruppen und auf auf Sozialen Medien. Es entbrannte so manche rege Diskussion. Neben Lob gab es auch Kritik. Aber wir waren schließlich nicht angetreten, es allen Recht zu machen. Nein, wir wollten Diskussionen anstoßen, Ideen und Wünsche anbringen, aber vor allem auch, die positiven Seiten von Selm beleuchten.

Twinvision, Klimafasten, facebook-Gruppen

Die für mich schönste Reaktion auf einen unserer Artikel war eine Einladung ins Jugendzentrum Sunshine. Unser Bericht über den Twinvision-Songcontest hatte offenbar genau den richtigen Ton getroffen und entsprach der Intention der Veranstalter mit diesem Wettbewerb: nicht gegeneinander, sondern miteiander haben die jungen Teilnehmerinnen  und Teilnehmer gesungen.

Eine interessante Beobachtung habe ich in den Diskussionsgruppen gemacht. Dort wurde häufig gar nicht auf unsere Anregung oder auf unsere Überlegung aus den Beiträgen eingegangen, sondern kritisiert oder belächelt, “was wir denn für Probleme hätten und ob wir nichts bessers zu tun hätten”.

Ja, auch das gibt es. Menschen, die nicht verstehen, dass andere Menschen ihre Beobachtungen gerne aufschreiben und sich aktiv mit ihrer Umgebung auseinandersetzen. Auch dort gab es postive Kommentare und inhaltlich gute Diskussionen, doch ist es häufig so, dass Kritik schwerer wiegt, als Lob. Für mich hatte es die Folge, dass ich unsere Beiträge in einigen Gruppen lieber nicht mehr teilte. Die Besucherzahlen des Blogs gingen daraufhin zwar zurück, doch meine Sonntage waren entspannter.

Mehr Spuren hätte ich der Reihe zum Klimafasten gegönnt. Dort gab es leider nur wenig Feedback. Vielleicht ist das allgemein ein Zeichen, welchen Stellenwert die Debatte um den Klimawandel in unserer Gesellschaft hat.

Mit etwas Stolz blicke ich auf unsere Reihe der Alltagsspuren zurück, dieser ist schon der 27. Beitrag. (Spoiler: die Reihe wird sich bald eine kurze Sommerpause gönnen.) Dass unsere “Kolumne” mal mehr und mal weniger die journalistische Form traf, finde ich dabei gar nicht tragisch, ein wenig darf unser Blog auch Spielwiese sein.

Komm ins Team: Mitmachen erwünscht

Wohin geht die Reise mit dem SELMagazin?

Wir haben mit einem relativ kleinen Redaktionsteam zu dritt begonnen. Die ursprüngliche Planung sah vor, zunächst noch einige Mitstreiter/innen zu gewinnen, doch das neue Jahr als neuer Anfang verlockte zu sehr, um noch zu länger abwarten.

Die Hoffnung auf weitere Schreibbegeisterte ist nach wie vor lebendig. Also: Mach doch einfach mit! Haben Sie/ hast Du ein besonderes Themna, das Dich interessiert? Hat es mit Selm zu tun? Hast Du Lust darüber zu schreiben? Wenn Du mit Leidenschaft darüber schreibst, wird es ganz sicher interessierte Leser/innen finden.

Auch höchst willkommen sind Einsendungen für die Rubrik Foto der Woche. Es sollte in der aktuellen Woche im Stadtgebiet von Selm, also auch Bork und Cappenberg, aufgenommen worden sein und uns rechtzeitig erreichen (Mail an Redaktion at selmagazin punkt de). Wenn es die Jury überzeugt, erscheint es hier als Foto der Woche.

Auch Spuren in mir

Für mich war es ein sehr spannendes und lehrreiches halbes Jahr. Das SELMagazin hat also auch Spuren in mir hinterlassen. Es hat mir Begegnungen geschenkt, die ohne es nicht möglich gewesen wären. Der Blick auf die Stadt und auf die Menschen hier hat sich für mich in dieser Zeit verändert. Ich gehe aufmerksamer durch den Ort, überall lauern Alltagsspuren, überall sind Motive für das Foto der Woche. Danke dafür, SELMagazin.

Ich wünsche dem SELMagazin noch viele weitere Halbjahre, viele Beiträge, rege Diskussionen und zwei oder drei engagierte Mitschreibende.

Oliver Hübner

Oliver Hübner - Autor, Blogger und Webgestalter aus Selm und Schwerin, geb. 1968 in Unna

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